Die Hausstauballergie – ein Albtraum

Hausstauballergie

Wer als Hausstauballergiker morgens früh erwacht, der wünscht sich meistens sofort in den Schlaf zurück. Die Nase läuft, es ist ein ununterbrochener Niesreiz da, die Augen Tränen und Jucken und häufig fällt sogar das Atmen schwer.  Häufig wird dann gesagt: „ich glaube, ich habe eine Hausstauballergie.“ Wir haben mit Kai Westermeier, dem Betreiber der Seite Hausstaubmilben.org gesprochen und erfahren, was tatsächlich dahinter steckt.

Was ist die Hausstauballergie?
Kai W.: Grundsätzlich ist ein Hausstauballergiker nicht gegen den Hausstaub an sich allergisch. Stattdessen ist er gegen feinste Spuren Eiweiß, die sich mit dem Hausstaub verbunden haben, allergisch.
Nun fragt man sich natürlich, woher dieses Eiweiß kommt. Dazu muss man wissen, dass Hausstaubmilben in der Matratze leben, die Kot absondern. Dieser Kot zerfällt in kleinste Partikel, wenn er trocknet. Diese Partikel werden nun durch den Menschen, der sich auf die Matratze setzt oder legt aufgewirbelt und verbinden sich mit dem Hausstaub. Viele Menschen sind darüber hinaus auch gegen die Milben selbst, die sich im Bett tummeln, allergisch.
Was genau sind Hausstaubmilben?
Kai W.: Hausstaubmilben gehören zu den Spinnentierchen. Sie sind nur 0,1 bis maximal 0,5 mm groß und lieben Feuchtigkeit und Wärme. Deshalb zieht es sie in menschliche Matratzen, Kissen und Decken. Dort finden Sie beides: Feuchtigkeit durch den Schweiß und die Körperwärme des Menschen. Auch wenn Hausmilben nur zwischen zwei und vier Monate leben, erzeugen sie doch bis zu 20 Kotkügelchen am Tag. Das macht im Laufe ihres Lebens mehr als das 200 fache ihres Körpergewichtes aus.
Findet man Hausstaubmilben in jedem Haushalt?
Kai W.: Ja, grundsätzlich gibt es diese Milben, insbesondere in Europa in jedem Haushalt. In einem Gramm Staub finden sich rund 1000 Milben und bis zu 250.000 Kügelchen Kot. Man kann den Hausstaubmilben praktisch nicht entkommen (Ausnahme siehe unten). Umso schlimmer das ca. 10-15 % der Bevölkerung in Deutschland auf die Eiweiße im Kot allergisch reagieren.
Was kann man gegen Hausstaubmilben tun?
Kai W.: Der wichtigste Punkt überhaupt ist es, die Staubbelastung zu reduzieren und den Milben so wenig Lebensraum wie möglich zu lassen, d.h. ihnen die guten Lebensbedingungen zu entziehen. Das bedeutet im Einzelnen:
1.    Viel und ordentlich lüften
Morgens, direkt nach dem Schlafen, sollte gründlich gelüftet werden. Dazu gehört es, das Bett vollständig abzudecken, damit die Matratze auch unter dem Kissen und am Fußende, wo man normalerweise die Decke ablegt, durchtrocknen kann.
2.    Matratzenbezüge verwenden
Für das Kopfkissen, die Decke und die Matratze gibt es milbendichte Überzüge. Diese verhindern einerseits, dass die Milben Nährstoffe in Form von Hautschüppchen und Schweiß zugeführt bekommen, andererseits, dass der Milbenkot wieder nach außen dringen kann.
3.    Die Matratze und die Bettwäsche regelmäßig reinigen
Alle ein bis zwei Wochen sollten Sie Ihre Bettwäsche möglichst bei mindestens 60 °C waschen. Nutzen Sie diese Zeit, um ihrer Matratze mit einem Staubsauger mit Mikrofilter gründlich abzusaugen. Viel besser ist allerdings ein speziell dafür hergestellter Milbensauger (siehe auch Milbensauger auf Hausstaubmilben.org). Dieser kann mittels UV-Licht Milben abtöten und durch eine spezielle Klopffunktion mehr Milben aus der Matratze saugen.
4.    Feucht Staubwischen
Mehrmals die Woche feucht Staubwischen sollte zur  Routine werden. Natürlich sollten dies nicht die Allergiegeplagten selbst übernehmen. Entfernen Sie auch alle Staubfänger (Bücher, Bilder, Vorhänge, etc.) aus dem Schlafzimmer. Ziehen Sie sich in einem anderen Zimmer um und kämmen sie sich auch nicht die Haare im Schlafzimmer. Mithilfe dieser Maßnahmen können Sie die Staubbelastung im Schlafzimmer deutlich reduzieren.
5.    Luftreiniger
Etwas teurer aber sehr wirksam sind Luftreiniger. Bereits in der Preisklasse ab ca. 100-150 € erzielen diese Geräte sehr gute Luftwerte. Sicherlich eine Überlegung wert, wenn man besonders stark von den Hausstaubmilben geplagt wird.
6.    Hyposensibilisierung
Eine Hyposensibilisierung gegen Hausstaubmilben hilft vielen Menschen, aber leider nicht allen. Diese auch Desensibilisierung genannte Therapie wird durch einen Arzt durchgeführt. Der Patient bekommt das Allergen zu Anfang in besonders niedrigen Dosen gespritzt. Mit der Zeit steigert der Arzt diese Dosis bis ein gewisser Grad, die sogenannter Erhaltungsphase, erreicht ist. Diese Erhaltungsdosis wird dann über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren alle 4-6 Wochen erneut gespritzt. Letztlich, so ist der Plan, soll sich der Körper an die vermeintlich gefährlichen Allergene gewöhnt haben. Das Immunsystem reagiert dann nicht mehr mit einer allergischen Reaktion.

Ein Tipp zum Abschluss

Wenn Sie einmal eine Zeit lang Urlaub von den Hausstaubmilben, bzw. der Hausstauballergie machen wollen, empfehlen wir einen Urlaub in den Bergen. Ab einer Höhe von ca. 1500 m über NN sind Hausstaubmilben nicht überlebensfähig. Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: für die Zeit des Urlaubs werden sie nicht von den Symptomen einer Hausstauballergie geplagt werden.

Bildquelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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