Softair: Das taktische Scharmützelspiel als Hobby

Softair

Das Paintball-Spiel zum Junggesellenabschied oder Laser Tag in den Einkaufsarkaden ist eine spaßige Angelegenheit. Auch Softair, bei dem die kleinen gelben Kügelchen verschossen werden, verspricht viel Unterhaltung mit Freunden. Doch grade Interessierte und Anfänger sind durch Regeln und Vorschriften verunsichert. Wie ein Softair-Match funktioniert, welche rechtlichen Vorschriften gelten und welche Ausrüstung sich empfiehlt, gibt es in diesem Artikel. So kann Softair schnell zum neuen Hobby werden.

Wodurch hat sich Softair entwickelt?

Die Entwicklung der Softairwaffen lässt sich auf Japan zurückführen. Nachdem die Amerikaner Japan im 2. Weltkrieg besiegt hatten, wurden Schusswaffen für die japanische Zivilbevölkerung verboten. So wich die japanische Industrie auf Waffenrepliken aus Kunststoff aus. Erste federbetriebene Nachbauten landeten als Spielzeug auf dem Markt. Aufgrund der hohen Verkaufszahlen wurden die Waffen verbessert und durch die amerikanische Besatzung in den Westen gebracht. Auch heute sind viele Hersteller von Softairwaffen noch aus dem asiatischen Raum. In Amerika bildete sich der Begriff Airsoft, wohingegen in Deutschland Softair geläufiger ist.

Funktionsprinzip der Softairwaffen

Softairwaffen verschießen kleine Plastikkugeln. Diese sind häufig gelb und haben meist einen Durchmesser von 6 Millimetern. Wie diese BBs in der Softairwaffe beschleunigt werden, ist dabei unterschiedlich.

Federdruck: Eine durch Hand gespannte Schraubenfeder beschleunigt die Munition. Dabei wird der entstandene Luftdruck durch einen Kolben genutzt. Der Schütze muss die Waffe vor jedem Schuss erneut mit einem Ladehebel oder durch das Zurückziehen des Pistolenschlittens von Hand spannen. Waffen mit Federdruck sind Einzellader und sind häufig kostengünstige Nachahmungen.

Elektrische Softairwaffen: Ein Elektromotor wird durch eine Batterie angetrieben. Ein Getriebe spannt dabei eine Schraubenfeder und wird schließlich freigegeben. Durch Wiederholen dieses Zyklus werden bis zu 16 Kugeln pro Sekunde verschossen und eine vollautomatische Betriebsweise möglich. Daher sind diese Art von Waffen auch bekannt als AEG (Automatic Electric Gun).

Gas-Softairwaffen: Ein unter Druck stehendes Treibgas wird genutzt um die kleinen Kugeln aus dem Lauf zu feuern. Unterschiedliche Gase bieten hier unterschiedliche Vorteile. Gas-Softairwaffen können halb- sowie vollautomatisch sein.

Wo kann ich überhaupt spielen?

Ob sich ein Gelände als Spielfeld eignet, hängt auch von den rechtlichen Vorgaben der Anscheinwaffen ab. Als Anfänger ist es daher ratsam, sich an größeren Veranstaltern zu orientieren. Diese können für ein legales und den gesetzlichen Bestimmungen angemessenes Spielumfeld sorgen. In ländlichen Gebieten werden häufig alte Truppenübungsplätze genutzt, in der Stadt kommen Lagerhallen und abgeschirmte Gebäudekomplexe in Frage. Zu der rechtlichen Situation in Deutschland später mehr.

Spielarten von Softair

Fungames: Die am weitesten verbreite Spielart sind die Fungames. Schnelle und spaßige Spiele stehen hier im Vordergrund. Das gegnerische Team ausschalten, eine Basis halten oder eine Flagge erobern. Aufwand für Spieler und Veranstalter ist gering und auch spezielle Ausrüstung oder eine spezifische Waffenart ist nicht erforderlich. Daher ist diese Art auch für Anfänger optimal.

Sportschießen: Mit den Softairwaffen wird auf Zielscheiben geschossen. Diese Art gehört zum Parcoursschießen. Mit einer hohen Genauigkeit oder schnellen Absolvierung wird gepunktet.

Reenactment und Battle Display: Bei dem Reenactment, als dem Nachspielen von historischen Schlachten, passen die Reenactor ihre Ausrüstung den echten Soldaten an. Auch die Nachstellung von aktuellen militärischen Einheiten ist beliebt. Hier spricht man vom Battle Display. Anhand von Referenzfotos wird hier die Ausrüstung des ganzen Teams an die reale Truppe angepasst.

MilSim: Neben dem Nachspielen sind auch taktische Einsätze und Operationen beliebt. MilSim steht dabei für militärische Simulation. Der Planungsaufwand ist für den Veranstalter hoch und die fachgerechte Ausrüstung teuer.

Softair-Ausrüstung und Zubehör

Das Sammeln und Herumbasteln an Softairwaffen gehört für viele Fans zum Hobby dazu. Magazine, Anbauteile und Aufsätze für das Softairgewehr, sowie Holster und Gelenkschoner gibt es bei Softair-Shops. Auch zusätzliche Ausrüstung wie Funkgeräte, Munition, Helme, Plastikgranatenwerfer und Brustschutz gibt es für das Softair-Spiel.

Einfache zuverlässige Softairpistolen mit einem Gesichtsschutz reichen schon für die einfache schnelle Runde. Hat man gefallen gefunden, kann mehr Ausrüstung immer noch nachgekauft werden. Reichweite und Genauigkeit sind wichtige Faktoren für eine gute Softairwaffe. So lässt sich auch mit einem überschaubaren Budget Spaß an Softair haben. Nach oben hin sind trotzdem keine Grenzen gesetzt.

Rechtliche Lage in Deutschland

In Deutschland gibt es keine Instanz, die das Einhalten von gesetzlichen Rechtlinien von Softair-Veranstaltern überprüft. Daher fällt die Pflicht auf den Spieler. Ein Spielen im öffentlich zugänglichen Wald ist nicht erlaubt. Zu beachten ist daher:

  • Das Spielfeldgelände sollte ein privates und befriedetes Grundstück sein
  • Die Plastikmunition sollte das Gelände nicht verlassen
  • Das Spielgeschehen sollte von der Öffentlichkeit nicht als Störung empfunden werden
  • Grundstückseigner die Nutzung von Softairwaffen erlaubt
  • Das Führen von sichtbaren Softairwaffen ist in Deutschland verboten. Ein Behältnis ist für den Transport daher erforderlich.
  • Regelung über die Geschossenergie beachten (Joule-Regelungen). So sind Waffen mit einer Energie über 7,5 Joule erlaubnispflichtige Schusswaffen. Bei vollautomatisierten Waffen ist dies ab 0.5 Joule der Fall.

Bei einem verantwortungsvollen Umgang und der Beachtung der rechtlichen Vorschriften ist Softair ein spaßiges Geländespiel. Über Online-Foren finden sich auch für Anfänger schnell Veranstalter und Organisationen. So werden auch größere Events von der Community veranstaltet.

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